Montag, 22. April 2013

MSM - Methylsulfonylmethan: Wundermittel der Natur?

Schwefel – für die meisten klingt das irgendwie nach Chemieunterricht. Tatsächlich ist Schwefel ganz natürlich und ein Stoff, ohne den Ihr Körper nicht existieren kann. Eine besonders hochwertige Form von Schwefel ist die organische Schwefelverbindung MSM.

Was ist MSM?

organic_sulfur_MSMMSM (Methyl-Sulfonyl-Methan) ist eine organische Schwefelverbindung aus der Natur, die in Pflanzen, allen Wirbeltieren und damit auch im Menschen vorkommt. Um keine Mangelzustände aufkommen zu lassen, müssen wir uns die nötigen organischen Schwefelverbindungen mit der Nahrung zuführen.
Unseren täglichen lebensnotwendigen Bedarf an organisch gebundenem Schwefel decken wir im Idealfall ganz natürlich aus frischem Obst und Gemüse sowie frischem Fleisch und frischen Meeresfrüchten. Der MSM-Gehalt nimmt jedoch bei jeder Weiterverarbeitung frischer Nahrungsmittel ab, das gilt vor allem für die wenig schonende industrielle Verarbeitung. Dies und auch die Tatsache, dass viele von uns nicht ausreichende Mengen von frischem Obst und Gemüse oder Fisch zu sich nehmen, legt es nahe, bei Bedarf über eine tägliche Ergänzung der Nahrung mit MSM nachzudenken.

Was Schwefel im Körper leistet

Schwefel spielt mit seinen organischen Verbindungen eine essentielle Rolle im Stoffwechsel des Menschen. In hohem Maße kommt Schwefel gebunden im Körper vor. Nägel, Haare und Knorpelsubstanz weisen eine hohe Schwefelkonzentration auf. Wissenschaftler schätzen, dass im menschlichen Organismus insgesamt etwa 150 Gramm Schwefel stecken.

Der Kreislauf des Schwefels in der Natur

Leben, wie wir es kennen, wäre ohne Schwefel undenkbar. MSM ist eine der wichtigsten natürlichen Schwefelverbindungen und hat einen bedeutenden Anteil am Kreislauf des Schwefels in der Natur. Durch Erosion nimmt der Schwefelgehalt der Böden fortwährend ab, Millionen Tonnen Schwefel werden in die Meere transportiert. Dort entziehen Algen und weitere Meeresbewohner dem Wasser Schwefel und bilden die organische Verbindung Dimethylsulfid (DMS), einen engen Verwandten des MSM. Dieses wird gasförmig abgegeben und steigt in großen Mengen an die Meeresoberfläche. Hier reagiert es unter UV-Bestrahlung und mit Sauerstoff zu Schwefelverbindungen, die als Kondensationskeime für die Wolkenbildung verantwortlich sind. Das Abregnen der Wolken über dem Festland schließt den Kreislauf und führt den Böden erneut Schwefel zu, vor allem in Form der drei organischen Schwefelverbindungen DMS, DMSO und MSM.
Pflanzen nehmen diese drei organischen Schwefelverbindungen mit der Nahrung aus dem Boden auf und konzentrieren sie um ein Vielfaches in ihrem Organismus. Werden die Pflanzen verzehrt, so gelangt der Schwefel in den Organismus der Tiere und Menschen.


Was ist MSM und wie wirkt es?

Methylsulfonylmethan (MSM) ist eine chemische Verbindung, die sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Organismus natürlicherweise vorkommt. Der Mensch nimmt bei einer ausgeglichenen Ernährung einige Milligramm MSM pro Tag mit der Nahrung auf.
von: René Gräber
Vollbild anzeigenMSM ist wichtig für den Stoffwechsel des Menschen. Es gilt als Schwefellieferant des Körpers. Schwefel wird zur Herstellung von Aminosäuren benötigt. Diese haben nicht nur lebenswichtige Funktionen für den Stoffwechsel, sondern werden zum Aufbau von Proteinen benötigt, die unter anderem in Haaren, Knochen, Zähnen, Muskeln sowie in der Haut vorkommen. Durch die Bildung einer Disulfid-Brückenbildung tragen die schwefelhaltigen Aminosäuren zu einer Stabilisierung der Proteinstrukturen bei.
Am Beispiel der schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein konnte in Versuchen mit radioaktiv markiertem MSM gezeigt werden, dass ein Teil des Schwefels tatsächlich aus dem zugeführten Methylsulfonylmethan stammt.

Welche Prozesse kann MSM beeinflussen?

Aufgrund des Zusammenspiels von MSM in vielen Stoffwechselprozessen wird seit langer Zeit darüber nachgedacht, wie man durch Zufuhr von MSM physiologische Prozesse günstig beeinflussen kann. So wurde zum Beispiel ein Mangel an der schwefelhaltigen Aminosäure Cystein in Zusammenhang mit Arthrose diskutiert.
Insbesondere bei Gonarthrose (Arthrose der Knie) konnte ein Versuch zeigen, dass bei konsequenter Einnahme von 6g pro Tag MSM über 14 Wochen, die Schmerzen reduziert wurden. Diese Erfahrungswerte sollen jetzt durch weitere wissenschaftliche Studien untermauert werden.
Auch bei anderen Störungen des Muskelsklett-Systems kann MSM einen positiven Einfluss entfalten. Die bei Sportlern auftretende Schleimbeutelentzündung (Bursitis) und der berühmte Tennisarm sind nur zwei Beispiele, für die die Wirksamkeit von MSM erprobt wird.
Ähnlich wie Knoblauch stärken Schwefelverbindungen wie MSM das Immunsystem. Auch bei Heuschnupfen (saisonale allergische Rhinitis) wird MSM mit zufriedenstellenden Ergebnissen erprobt. Mehr dazu lesen Sie unter dem Stichwort Allergie.

Besteht ein Bedarf an MSM?

Da die Rolle von elementarem Schwefel in der menschlichen Ernährung bislang nicht sehr ausgiebig "studiert" worden ist, kann ich mich nur auf eigene Beobachtungen, sowie auf vorliegende Studien stützen - zum Beispiel diese:
Sulfur in der menschlichen Ernährung und Anwendungen in der Medizin: Sulfur in human nutrition and applications in medicine
In dieser Untersuchung werden therapeutische Anwendungen von schwefelhaltigen Mixturen in der Medizin diskutiert. Schwefel ist das sechsthäufigste Makromineral in der Muttermilch und das dritthäufigste Mineral basierend auf dem Prozentsatz des gesamten Körpergewichts. Die schwefelenthaltenden Aminosäuren (SAA) sind Methion, Cystein, Cystin, Homocystein, Homocystin und Taurin. SAA-Analysen und Protein-Supplementierung könnten sinnvoll sein für vegane Athleten, Kinder oder Patienten mit HIV, da diese Gruppen ein größeres Risiko tragen, an einem SAA-Mangel zu leiden. MSM ist ein volatiler Bestandteil des Sulfurzyklus und eine weitere Quelle von Schwefel in der menschlichen Ernährung. Anstiege von Serumsulfaten könnten einige therapeutische Effekte von MSM, DMSO und Glucosaminsulfat erklären. Organischer Schwefel, wie SAA, kann benutzt werden, um die Synthese von S-Adenosylmethionin (SAMe), Glutathion (GSH), Taurin und N-Acetylcystein (NAC) zu erhöhen. MSM kann effektiv sein in der Behandlung von Allergien, Schmerzsydromen, Sportverletzungen und Blasenerkrankungen. Andere Schwefelkombinationen, wie SAMe, Dimethylsufloxid (DMSO), Taurin, Glucosamin oder Chondrotinsulfat und reduziertes Glutathion können ebenso eine klinische Bedeutung in der Behandlung von verschiedenen Erkrankungen haben, wie Depressionen, Fibromyalgie, Arthritis, interstitielle Zystitis, Sportverletzungen, Kongestive Herzinsuffizienz, Diabetes, Krebs und AIDS. Dosierung, Wirkmechanismus und Indikationsbereiche werden diskutiert. Das geringe toxische Profil dieser Schwefelzusammensetzungen, kombiniert mit viel versprechenden therapeutischen Effekten, garantiert fortgesetzte klinische Humanstudien.
In wieweit ein Bedarf an zusätzlich zugeführtem MSM besteht hängt von vielen Faktoren ab. Diese variieren innerhalb verschiedener Kulturkreise sehr stark und sind zudem vom Gesundheitsstatus, Ausmaß der körperlichen Beanspruchung und von der individuellen Ernährungslage abhängig.

Die Ernährung hat sich in der modernen Gesellschaft stark gewandelt. Als Beispiel sei hier ein Vergleich zwischen dem MSM-Gehalt in Rohmilch im Vergleich zu pasteurisierter Milch angeführt.
Erstere enthält immerhin zwischen 2 bis 5 Milligramm/kg MSM, wogegen pasteurisierte Milch nur noch ein Zehntel der Menge beinhaltet. Lauch, Zwiebeln und Knoblauch weisen besondere Schwefel-Verbindungen auf, deren gesundheitsfördernde Eigenschaften ein Bestandteil der Volksmedizin und der modernen Phytotherapie sind. Die Schwefelverbindungen in diesen Pflanzen sind bereits sehr gut untersucht. Allerdings kann der Verzehr dieser natürlichen Schwefellieferanten mit Unverträglichkeiten verbunden sein - was allerdings eher die Ausnahme ist.


Weitere Studien zu MSM bei verschiedenen Krankheiten

Zu MSM gibt es mehrere Studien, die auch in angesehenen Publikationen veröffentlicht wurden. Im folgenden habe ich eine Auswahl für Sie zusammengestellt:
Methylsulfonylmethan bei OsteoarthritisEffects of AR7 Joint Complex on arthralgia for patients with osteoarthritis: results of a three-month study in Shanghai, China.
Osteoarthritis bedingte Gelenkschmerzen sind häufige Ursachen für die Morbidität in Männern und auch Frauen weltweit. AR7 Joint Complex ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das eine Reihe von Inhaltsstoffen hat, unter anderen MSM. Das Produkt ist seit mehr als 10 Jahren auf dem amerikanischen Markt. Es liegen bislang kaum Daten vor, die die klinische Effizienz dieses Supplements bei der Reduzierung von Gelenkschmerzen dokumentieren. Das Ziel dieser Studie war es diesen Sachverhalt genauer zu untersuchen.
Zu diesem Zweck wurden 100 Patienten, die älter als 50 Jahre waren und an Osteoarthritis litten, in eine doppel-blinde, randomisierte und Plazebo-kontrollierte Studie aufgenommen. Die Patienten in der Behandlungsgruppe bekamen AR7 Joint Complex oral verabreicht, eine Kapsel pro Tag für die Dauer von 12 Wochen. Die Patienten in der Kontrollgruppe bekamen ein Plazebo für den gleichen Zeitraum. Vor und am Ende der Studie wurden Daten erhoben mittels eines Quality of Life Fragebogens, visuellen Analogskalen (1 bis 100 mm) und Röntgenaufnahmen der betroffenen Gelenke.
89 der 100 Patienten konnten die Studie abschließen, 44 davon in der Behandlungsgruppe und 45 in der Kontrollgruppe. Es konnten keine signifikanten Veränderungen in den Röntgenbefunden von Behandlungs- versus Kontrollgruppe beobachtet werden. Es zeigte sich jedoch eine signifikante Abnahme der Schmerzempfindungen in der Behandlungsgruppe, sowohl während als auch am Ende der Studie. Zusätzlich verbesserten sich die Quality of Life Daten und der Körperschmerzindex in der Behandlungsgruppe signifikant verglichen mit der Kontrollgruppe. In beiden Gruppen wurden keine Nebenwirkungen beobachtet.
Die Autoren schließen aus ihren Beobachtungen, dass AR7 Joint Complex einen Kurzzeiteffekt hat bei der Schmerzlinderung bei Patienten mit Osteoarthritis. Aussagen zu Langzeiteffekten hielten die Verfasser zum Zeitpunkt der Untersuchung noch für verfrüht.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18954461

Eine weitere Interessante Studie setzt sich mit MSM bei Osteoarthritis und Knieschmerzen auseinander:Efficacy of methylsulfonylmethane (MSM) in osteoarthritis pain of the knee: a pilot clinical trial.
Diese Studie setzte sich zum Ziel, mehr Datenmaterial zur Effektivität von MSM bei Knieosteoarthritis zu erlangen. Das bislang veröffentlichte Datenmaterial ist noch nicht ausreichend genug, um Rückschlüsse auf Langzeiteffekte ziehen zu können.
In diese randomisierte, doppelblinde und Plazebo-kontrollierte Studie wurden 50 Männer und Frauen aufgenommen. Diese waren zwischen 40 und 76 Jahre alt und litten an Osteoarthritis bedingten Schmerzen. Die Behandlung bestand in entweder 3 g MSM zweimal täglich oder Plazebo (6 g insgesamt pro Tag). Das Resultat wurde in der Western Ontario and McMaster University Osteoarthritis Index visuellem Analogskala (WOMAC) festgehalten, ebenso in allgemeinen Beurteilungen von Arzt und Patienten (Krankheitsverlauf, Ansprechen der Therapie) und im SF-36, einem Fragebogen zur allgemeinen gesundheitsbezogenen Lebensqualität.
Im Vergleich zu Plazebo produzierte MSM eine signifikante Abnahme von WOMAC Schmerzen und physischen Behinderungen. Keine bemerkenswerten Veränderungen wurden bei WOMAC Steifheit und gesamten Symptomen beobachtet. MSM war ebenso in der Lage, Verbesserungen in den täglichen Aktivitäten zu erzielen im Vergleich zur Plazebogruppe. Diese Beobachtung basierte auf der SF-36 Befragung.
Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass MSM 6 g pro Tag (2 x 3 g) die Schmerzsymptomatik verbessern konnte. Gleiches gilt für die Körperfunktion für den Zeitraum, in der diese Studie durchgeführt wurde. Nebenwirkungen wurden nicht beschrieben. Vorteile und Sicherheit von MSM bei der Behandlung von Osteoarthritis und die Langzeiteinnahme können in dieser Pilotstudie noch nicht vollständig bestätigt werden. Dennoch gibt es einen potentiellen klinischen Anwendungsbereich für die Substanz. Deren Mechanismen und Einfluss auf Osteoarthritis bedürfen weiterer Untersuchungen.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16309928

Methylsulfonylmethan bei Hauterkrankungen:Managing ichthyosis: a case study.
Ichthyose ist eine seltene, genetisch bedingte und daher nicht heilbare Hauterkrankung. Sie ist charakterisiert durch eine trockene, verdickte und abschuppende Haut. Je nach Krankheitsbild und Schweregrad kann diese Krankheit Entstellungen bedingen, die physische, psychische und soziale Konsequenzen mit sich bringen. Topisch-lokale Behandlungen der Haut sind die einzige Möglichkeit, die Symptomatik zu beeinflussen.
Dies ist ein Fallbericht eines 44-Jahre alten Mannes mit schwerer X-chromosomal bedingter Ichthyose. Seine Erkrankung erfuhr keine Verbesserung in der Anwendung verschiedener topischer und systemischer Behandlungen. Ein einmal pro Tag zu verwendendes, rezeptfreies Therapieregimen wurde bei diesem Mann versucht. Benutzt wurde ein tensidfreier Cleanser, gefolgt von der Anwendung einer Feuchtigkeitscreme, die Aminosäuren, Vitamine, Antioxidantien und MSM enthielt. Nach 4 Wochen Anwendung dieser Mittel auf definierten Testarealen am linken Arm des Mannes zeigte sich, dass die behandelten Hautbereiche klar und sauber waren. Ebenso waren Juckreiz und leichte Schmerzen verschwunden. Die darauf folgende Behandlung der gesamten Hautfläche zeitigte keinerlei Nebenwirkungen. Seine Haut dagegen zeigte in der Folge deutliche Verbesserungen. Diese Therapie, unter Berücksichtigung von MSM, ist eine praktikable Methode für Patienten mit ähnlicher Symptomatik.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16636365

Methylsulfonylmethan bei Hauterkrankungen:Combined effects of silymarin and methylsulfonylmethane in the management of rosacea: clinical and instrumental evaluation.
Diese Studie versucht eine topisch-lokale Behandlung von erythromatös-telengiektatischer Rosazea (Couperose) zu evaluieren. Die Behandlung basierte auf dem kombinierten Einsatz von Silymarin und Methylsulfonylmethan (S-MSM).
46 Patienten mit Stadium I-III Rosazea wurden in diese doppelblind, Plazebo-kontrolliert ausgeführte Studie aufgenommen. Sie wurden für einen Monat behandelt. Die klinische Beurteilung wurde bei Aufnahme, nach 10, nach 20 Tagen und am Ende der Studie durchgeführt. Juckreiz, Stechen, Erythema, Pusteln usw. wurden klinisch bewertet. Hydration und Erythema wurden mit Kapazitäts- und Farbmessung ausgemessen.
Als Resultat zeigten sich viele klinische und nachmessbare Parameter, die sich signifikant verbessert hatten. Speziell verbesserten sich Hautrötungen, Pusteln, Juckreiz, Hydration und Hautfärbung.
Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass die Kombination von Silymarin und S-MSM gute Ergebnisse bei der Behandlung von Rosazea zeitigt. Besonders sinnvoll ist der Einsatz der Kombination beim Subtyp 1 in der erythromatös-telengiektatischen Phase. Die Wirkung kann als multizentrisch und multiphasisch betrachtet werden, wegen der direkten Modulation von Zytokinen und Angiokinen, die normalerweise bei einer solchen Hauterkrankung hochreguliert worden sind.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18254805

Methylsulfonylmethan bei Entzündungen:The anti-inflammatory effects of methylsulfonylmethane on lipopolysaccharide-induced inflammatory responses in murine macrophages.
Diese Veröffentlichung untersucht  das Potential von MSM, Entzündungsprozesse zu beeinflussen in vitro und in vivo an Mäusen. Die Autoren beobachteten eine verringerte Produktion an Stickoxiden und Prostaglandin E2 durch eine Verminderung von Stickoxidsynthetase und Cycooxygenase-2 Aktivitäten in murinen Makrophagen. Außerdem waren die Konzentrationen an Interleukin-6 und Tumor-Nekrose-Faktor-alpha verringert. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Translokation der p65-Untereinheit von NF-kappaB, ein weiteres entzündungsförderndes Protein, in den Nukleus unterbunden wurde. Dies erklärt ein Ausbleiben der vermehrten Produktion von Entzündungsfaktoren. Die in vivo-Studien zeigten, dass ein topisch-lokaler Einsatz von MSM am Mäuseohr ähnlich inhibierende Wirkung auf Entzündungsprozesse und Ödemausbildung hatte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass MSM bei Mäusen pro-entzündliche Mediatoren blockiert durch eine Herabregulierung von NF-kappaB Signalproteinen.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19336900

Methylsulfonylmethan bei Krebs:Aspirin and methylsulfonylmethane (MSM): a search for common mechanisms, with implications for cancer prevention.
Aspirin (Acetylsalicylsäure), ein nonsteroidales antientzündliches Medikament, und MSM als Nahrungsergänzungsmittel werden beide in der Behandlung von Arthritis benutzt. Sie gelten in gewissem Rahmen auch als chemopräventive Agenzien gegen die Ausbildung von Krebserkrankungen. Ursprüngliche Untersuchungen zeigten, dass Aspirin und MSM auch die Differenzierung von Erythroleukämiezellen von Mäusen (MEL) induzierten. Dies ließ die Frage nach einem gemeinsamen Mechanismus aufkommen, der von den beiden Substanzen ausgeübt wird.
Der Hauptmechanismus von Aspirin besteht in der Inhibition der Cyclooxygenase (COX). Deshalb wurde die Prostaglandinproduktion unter differenzierungsinduzierenden Bedingungen in MEL Zellen beobachtet.
Aspirin in niedrigen, untoxischen (ungiftigen) Konzentrationen induzierte die Zelldifferenzierung, was zu einer terminalen Zellteilung führte. Aspirin hatte keinen Effekt auf die PGE2-Produktion und minimalen inhibitorischen Effekt auf die COX-Aktivität. Salicylat ist ein Hauptmetabolit von Aspirin und ein uneffektiver COX-Inhibitor. Es induzierte Zelldifferenzierungen in Konzentrationen, die mit denen von Aspirin vergleichbar waren. Ähnliche Untersuchungen mit MSM zeigten, dass MSM keinen Effekt auf PGE2-Produktion oder COX-Aktivität unter differenzierungsinduzierenden Bedingungen hatte.
Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass diese Experimente zeigen konnten, dass Aspirin und MSM Zelldifferenzierung induzieren können, die unabhängig ist von COX-Mechanismen. Aufgrund des fehlenden Einflusses auf die COX-Aktivität folgerten die Autoren, dass die chemopräventive Potenz beider Substanzen auf einer Aktivierung von Genfunktionen beruhen könnte, die zu einer Zelldifferenzierung führt und somit die zellulären Kapazitäten für proliferative Prozesse außer Gefecht setzt.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12680248

MSM gibt es einzeln als Tabletten, Kapseln oder auch als Pulver als Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen. Häufig wird es mit Glucosamin und Chondroitin kombiniert.

 http://www.gesund-heilfasten.de/nahrungsergaenzung/msm-methylsulfonylmethan.html

Samstag, 20. April 2013

DMSO-Dimethylsulfoxid


DMSO – ein verkanntes Wundermittel?

Erschienen im NEXUS-Magazin
dimethylsulfoxidAls ein Nebenprodukt der Zellstoffherstellung hat Dimethylsulfoxid oder kurz DMSO es weit gebracht: Was als organisches Lösungsmittel begann, ist inzwischen weitestgehend als vielseitiges Therapeutikum akzeptiert. Doch dieser Aufstieg ging nicht unbeschwert vonstatten, und nach einer schweren Krise, die es in den 1960er Jahren durchlebte, ist die Kontroverse um das schmerz- und entzündungshemmende Mittel DMSO nie ganz abgeebbt.


DMSO – ein vielseitig einsetzbares Therapeutikum


Dimethylsulfoxid (DMSO) hat gerade erst, im Jahr 2006, seinen 140. Geburtstag gefeiert. 1866 wurde der Stoff mit der chemischen Formel (CH3)2SO erstmals von dem russischen Wissenschaftler Alexander Saytzeff synthetisiert, der seine Entdeckung 1867 in einem deutschen Chemiejournal veröffentlichte. Doch erst knapp hundert Jahre später, im Jahr 1961, wurde der therapeutische Nutzen des Mittels erkannt. Eigentlich war Dr. Stanley Jacob von der Oregon Health Sciences University auf der Suche nach einem geeigneten Konservierungsmittel für zur Transplantation vorgesehene Organe, als er eines Tages entdeckte, dass diese klare, faulig und leicht nach Knoblauch riechende Flüssigkeit sehr schnell und tief in die menschliche Haut eindringt. Jacob begann zu experimentieren – und fand bald heraus, dass er es mit einem vielseitigen Wirkstoff zu tun zu haben schien.[1]
Die therapeutische Bandbreite von DMSO ist in der Tat groß. So neutralisiert der Stoff beispielsweise Hydroxylradikale, eine der am häufigsten vorkommenden Gruppe von zellschädigenden Freien Radikalen. DMSO verbindet sich mit den Hydroxylradikalen und bildet mit ihnen einen chemischen Komplex, der von den Nieren ausgeschieden werden kann. Auch andere Freie Radikale bindet der Stoff auf diese Weise.[2] Zudem erhöht DMSO die Permeabilität der Zellmembranen und erleichtert es der Zelle so, sich von Giftstoffen zu befreien. Selbst allergische Reaktionen können mit Hilfe von DMSO gemildert werden, was wiederum das Immunsystem entlastet. DMSO zeigt zudem Wirkung bei Sklerodermie, Verbrennungen, Entzündungs- und Schmerzzuständen, Arthritis und rheumatoider Arthritis, Nasennebenhöhleninfektionen, interstitieller Cystitis, Herpes und Gürtelrose, Multipler Sklerose, systemischem Lupus erythematodes, Sarkoidose, Thyroiditis, Colitis ulcerosa, Lepra, Krebs und anderen Krankheitszuständen.[3]

Stopp für DMSO durch amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA

Nach der anfänglichen Euphorie, ein vermeintliches Wundermittel in Händen zu halten, kam 1965 das vorläufige Aus für DMSO – die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) sprach ein Verbot aus, weil hohe Dosen DMSO bei Kaninchen, Hunden und Schweinen zu Kurzsichtigkeit geführt hatten; andere Nebenwirkungen konnten nicht festgestellt werden. Den „Run […] an den Arzneimittelvorschriften vorbei“, wie es der Journalist Peter Jennrich in einem Zeit-Artikel vom 6. September 1974 ausdrückte, stoppte das Ergebnis der Tierversuche allerdings nicht – mindestens 100.000 Amerikaner, so vermutet Jennrich, hätten zwischen 1961 und 1974 bereits eine Behandlung mit DMSO in Eigenregie durchgeführt.[4] Später stellte sich heraus, dass die Nebenwirkung Kurzsichtigkeit auf die drei betroffenen Tierarten beschränkt ist; andere Spezies, auch der Mensch, sind nicht betroffen.[5]
Zahlreiche Studien sind durchgeführt worden, doch die ultimative Anerkennung der Wirksamkeit von DMSO mittels einer Doppelblindstudie, wie die amerikanische FDA sie fordert, ist so gut wie ausgeschlossen – der strenge Geruch des Mittels, der unabhängig von der verwendeten Menge auftritt, verrät seine Identität sofort.[6]
Das Grundproblem, das die FDA mit DMSO zu haben scheint, ist, dass es zu schön klingt, um wahr zu sein. Dr. Jacob glaubt, dass der Ruf, ein Wundermittel zu sein, DMSO geschadet habe und die FDA sich im Hinblick auf das Mittel noch immer von diesem Ruf beeinflussen lasse. Immerhin erfolgte 1978 die Genehmigung durch die FDA, DMSO für die Therapie von interstitieller Cystitis, einer schmerzhaften Harnblasenentzündung, zu verwenden. Allein hierfür dürfen amerikanische Ärzte das Mittel verschreiben – alle anderen Anwendungen verstoßen gegen geltendes Recht. Die Kontroverse hielt und hält sich weiterhin hartnäckig und spaltet die Medizin: DMSO – sinnloses Teufelswerk oder nutzbringender Segen?

DMSO gegen Schmerzen, Entzündungen und zur Wundheilung

Vieles deutet auf Zweiteres hin. Dr. Richard D. Brobyn vom Medical Center in Bainbridge Island, Washington, schreibt:
„[DMSO] ist eines der am meisten untersuchten und trotzdem noch wenig verstandenen pharmazeutischen Produkte unserer Zeit. Weltweit sind ca. 11.000 wissenschaftliche Artikel über medizinische Anwendungen und mehr als 40.000 Artikel über die chemischen Eigenschaften publiziert worden. In 125 Ländern wie [den] USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Japan u. a. werden durch Ärzte Indikationen für die Anwendung z. B. gegen Schmerzen, Entzündungen, Sklerodermie und Arthritiden sowie weitere Erkrankungen beschrieben.“ [7]
Unter den pharmakologischen Eigenschaften von DMSO führt er u. a. auf: Durchdringen biologischer Membranen und Transport anderer Moleküle durch diese Membranen, Entzündungshemmung, vorübergehende Blockierung schmerzleitender Nerven, Wachstumshemmung für Bakterien, entwässernde Wirkung, Verstärkung bestimmter Arzneien, Cholinesterase-Hemmung, unspezifische Förderung der Resistenz gegen Infektionen, Blutgefäßerweiterung, Muskelentspannung, Förderung der Zellfunktion, Hemmung der Verklumpung durch Blutplättchen, schützende Eigenschaften für biologische Gewebe bei Bestrahlung oder Frost sowie Gewebeschutz bei Durchblutungsstörungen.[8]
Eine besondere Wirksamkeit schreibt Brobyn dem Mittel im Hinblick auf Entzündungen zu. Hier nämlich zeigt sich die antioxidative Eigenschaft des DMSO als vorteilhaft – es wirkt sozusagen als „Radikalfänger“ im Entzündungsherd. Nach Aspirin, so schreibt Brodyn, war „DMSO das erste nichtsteroidale Antiphlogistikum, das sogar intravenös verabreicht werden konnte“. Und weiter:
„P. Gorog et al. demonstrierten bereits 1968, dass bei an induzierter chronischer Polyarthritis leidenden Ratten ein entzündungshemmender Effekt auftrat. Äußerlich auf die Gelenke aufgetragenes DMSO zeigte bei diesen Versuchen eine potente Entzündungshemmung. Diese Autoren haben später einen ähnlichen Effekt mit 70-prozentigem DMSO bei Kontaktdermatitis, allergischen Ekzemen und induzierten Kalzifikationen der Haut von Ratten beschrieben. All diese experimentellen Entzündungen konnten signifikant unterdrückt werden.“ [9]
Auch der ehemalige amerikanische Podologe Dr. Morton Walker, der heute als medizinischer Journalist und Autor tätig ist, weist DMSO in seinem Buch „DMSO – Nature’s Healer“ eine Vielzahl an positiven gesundheitlichen Eigenschaften zu. Dazu zählen unter anderem eine entzündungshemmende, gefäßerweiternde, bakteriostatische, fungistatische und virostatische Wirkung, die Beseitigung von Schmerzzuständen, die Bindung Freier Radikaler, die Anregung des Immunsystems und die Förderung der Wundheilung.[10] Ja, selbst gegen Röntgenstrahlung scheint das Mittel zu schützen.[11] Zudem legt Walker dar, wie DMSO durch seine Eigenschaft, Zellmembranen zu durchdringen, die Wirkung verschiedener Medikamente verstärken kann, zum Beispiel die von Penicillin und Cortison.

DMSO – erstaunliche Erfolge bei „hoffnungslosen“ Fällen

In seinem Buch führt Walker zudem eine Reihe von Fallbeispielen an, wie das der 65-jährigen Anna Goldeman, die sich im Health Center in Auburndale, Florida, wegen der Schleimbeutelentzündung in ihrer rechten Schulter behandeln ließ. Doch nicht nur die Entzündung besserte sich dramatisch, auch der Phantomschmerz verschwand, der die Patientin nach der Amputation des linken Beins gequält hatte. Die behandelnde Ärztin und Leiterin der Klinik Dr. Lorae Avery gibt an, dass die Patientin auch zehn Jahre nach der Behandlung dank DMSO nach wie vor symptomfrei sei.[12]
Noch dramatischer ist vielleicht der Erfolg, den Lillie Forister aus Artesia, New Mexico, zu berichten hat. Im Alter von 25 Jahren erkrankte sie an Sklerodermie, und im Verlauf der Erkrankung mussten ihr mehrere Zehen amputiert werden. 19 Jahre lang litt sie trotz Medikamenten permanent unter starken Schmerzen. Im Juli 1979 suchte sie Dr. Jacob auf. Schon nach einer Woche Behandlung mit DMSO war der Schmerz deutlich abgeklungen, und vier Monate später spürte sie ihn kaum noch. Weitere Amputationen waren nicht mehr nötig.[13]
Auch gegen Bakterien zeigt DMSO Wirkung, indem es diese direkt im Wachstum hemmt oder sensibel für andere Medikamente macht, also ihre Resistenz mindert. Brobyn bezieht sich u. a. auf eine Studie, die bereits vor der Entdeckung von DMSO durch Jacobs begann:
„H. Basch et al. beschrieben von 1953 bis 1968 einen markanten hemmenden Effekt auf eine Vielzahl von Bakterien und Pilzen in Konzentrationen von 30 bis 50 Prozent. In 80-prozentiger Konzentration werden einige Viren inaktiviert: RNA-Viren: Influenza A, Influenza A2, Newcastle disease virus, Semliki Forest virus sowie DNA-Viren.
Daneben ist aufgefallen, dass DMSO die Resistenz der Bakterien gegen Antibiotika für den Menschen positiv beeinflussen kann. Pottz et al. haben 1966 nachgewiesen, dass die Sensibilität von Tuberkel um den Faktor 200 gesteigert werden kann, indem die Keime mit 0,5 bis fünf Prozent DMSO vorbehandelt waren.“ [14]
Auch bei der Reduktion von Narbengewebe und der Behandlung rheumatischer Erkrankungen wurden gute Erfolge erzielt, so beispielsweise durch das Forschungsprojekt „Topische Anwendung von DMSO bei Narben und bei Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis der MHH Hannover/Annastift, Ambulantes Operations-Zentrum (AOZ)“ unter der medizinischen Leitung von Dr. Jörg Carls, in Zusammenarbeit mit der Akademie für Handrehabilitation Bad Pyrmont. Narbengewebe bildete sich sichtbar zurück, und Schwellungen klangen drastisch ab.[15]

DMSO wirkt bei akuten Schmerzen „praktisch sofort“

Insbesondere die schmerzstillende Wirkung von DMSO setzt laut Dr. Stanley Jacob „praktisch sofort“ ein – zumindest bei akuten Schmerzzuständen; bei chronischen kann die Behandlungsdauer seinen Aussagen zufolge bis zu sechs Wochen betragen.[16] Dabei sieht er DMSO weniger als Medikament denn als „therapeutisches Prinzip“, als ein „neues Prinzip innerhalb der Medizin“, das nach dem Antibiotikum- und dem Cortison-Prinzip eine neue Phase in der Behandlungstherapie einläute.[17]
Wie schnell DMSO tatsächlich wirkt, erlebten Stanley W. Jacob und Edward E. Rosenbaum, als sie sieben Testpatienten in Portland, Oregon, mit dem Mittel behandelten. Alle sieben Personen litten unter einer Schleimbeutelentzündung im Schultergelenk, die „ihnen eine derart heftige Pein [verursachte], dass die Kranken sich ohne fremde Hilfe nicht einmal an- oder ausziehen konnten. Frühestens nach einer oder zwei Wochen war Linderung der Schmerzen zu erwarten“,[18] wie es in einem Spiegel-Artikel vom 5. Mai 1965 heißt. Doch es gab eine Überraschung:
„Die Ärzte rieben mit der Testsubstanz die Schultern der Patienten ein – und bereits nach Minuten konnten sie eine verblüffende Wirkung beobachten. ,Nach 20 Minuten‘, so berichteten die Mediziner Edward E. Rosenbaum und Stanley W. Jacob, Professoren an der Universität von Oregon, ,waren alle sieben Patienten entweder vollständig oder fast vollständig frei von Schmerzen. Alle konnten das erkrankte Schultergelenk merklich freier bewegen als zuvor.‘“ [19]
Die entzündungshemmende Wirkung von DMSO wurde 1978 in einer Studie der Cleveland Clinic Foundation in Cleveland, Ohio, bestätigt, an der 213 Patienten mit entzündlichen urogenitalen Leiden teilnahmen. Bei einem Großteil der Patienten konnte dank DMSO eine signifikante Verbesserung des Zustands nachgewiesen werden.[20]
Insbesondere die schmerzstillende Eigenschaft ist kennzeichnend für DMSO. Laborstudien wiesen nach, dass DMSO den Schmerz durch eine „Nervenblockade schmerzleitender, peripherer C-Fasern unterdrückt“. Dadurch verschwindet der Schmerz rasch und für bis zu sechs Stunden.[21]

DMSO „sicherer als Aspirin“

Vom 21. November 1967 bis zum 20. Februar 1968 wurde unter der Leitung von Richard Charles Lebo, MD, im State Prison Hospital in Vacaville, Kalifornien, eine Langzeitstudie durchgeführt, die Aufschluss über die allgemeine Toxizität von DMSO geben sollte. Die Versuchsteilnehmer erhielten ein 80-prozentiges DMSO-Gel, das auf die Haut aufgetragen wurde, und zwar in einer weitaus höheren Dosierung als der üblichen. Brobyn fasst das Ergebnis der Studie zusammen:
„Es wurde eine extensive toxikologische Studie mit drei- bis 30-fach höheren Dosen als für den normalen medizinischen Gebrauch durchgeführt. […] DMSO stellte sich unter den Bedingungen dieser speziellen Studie als sehr sicher dar.“ [22]
Auch Robert Herschler, Mitentdecker der pharmazeutischen Wirkung von DMSO, beschreibt die Toxizität von DMSO als „sehr gering“. DMSO sei „sicherer als Aspirin“, sagt er. Dass die FDA keine uneingeschränkte Erlaubnis für das Mittel erteilt, liegt seiner Ansicht nach daran, dass die Behörde mit einem Mittel wie DMSO schlicht überfordert sei. Er zitiert Francis Kelsey von der FDA mit den Worten, man habe „weder genügend Budget noch Mitarbeiter“, um einem Mittel wie DMSO begegnen zu können. Mindestens 100.000 Patientenberichte liegen der FDA Herschler zufolge vor, die bei Auswertung belegen würden, dass eine Zulassung gar nicht verweigert werden könne.[23] J. Richard Crout von der FDA verteidigt das Vorgehen der Behörde damit, dass DMSO nicht genügend Aufmerksamkeit in der Fachwelt erregt habe, um die „disziplinierte, kontrollierte Art von Auswertung zu durchlaufen, die alle Medikamente durchlaufen müssen“.[24]
Dass die Pharmaindustrie kein großes Interesse an dem Stoff zeigt, lässt sich leicht erklären. Von Bedeutung ist einerseits sicherlich die breite Palette an Leiden, gegen die DMSO Wirkung zeigt – das Mittel stünde somit in Konkurrenz zu vielen firmeninternen Produkten.[25] Zum anderen lässt sich auf DMSO, das nicht nur im pharmakologischen, sondern auch im industriellen Bereich zur Anwendung kommt, kein Patent erlangen – auch das ist aus marktstrategischer Sicht kein attraktiver Aspekt. Viele Konzerne weisen verteidigend darauf hin, dass es hinreichend Stoffe mit derselben Wirkung wie DMSO gebe. Terry Bristol, PhD, und Vorsitzender des Institute for Science, Engineering and Public Policy in Portland, Oregon, der Stanley Jacob bei dessen Studien zur Seite stand, sieht die Vorteile dennoch beim DMSO:
„DMSO ist weit weniger toxisch als andere Stoffe und hat auch weniger Nebenwirkungen.“[26]
Laut therapeutischem Index ist DMSO tatsächlich sieben Mal sicherer als Aspirin.[27] Die einzigen, bislang beobachteten Nebenwirkungen sind ein knoblauchartiger Geruch und Hautreizungen, die individuell ausfallen, laut Walker auf die Austrocknung der Haut zurückzuführen sind und meist nach mehrmaliger Anwendung von DMSO abklingen. Allerdings sollten DMSO-Dämpfe nicht eingeatmet werden.[28] Die intravenöse Gabe von DMSO kann vorübergehend zu Kopfschmerzen führen.[29] Toxizität oder eine karzinogene Wirkung konnten nicht nachgewiesen werden.

DMSO-Behandlung ist unkompliziert und vielseitig

DMSO kann laut Dr. Morton Walker äußerlich aufgetragen, innerlich durch Spritzen oder Tropfer verabreicht oder aber oral eingenommen werden.[30] Wichtig ist Walker zufolge dabei, dass das verwendete DMSO Pharma- bzw. Lebensmittelqualität besitzt, um eine sichere Anwendung zu gewährleisten. Durch die hohe Durchdringungskraft des Mittels geraten ansonsten auch Verunreinigungen im DMSO ungehindert in den menschlichen Körper und können die Leber und andere Organe schädigen.[31] Über die Haut verabreicht ist die höchste Konzentration im Blutserum nach vier bis acht Stunden erreicht, oral für gewöhnlich nach vier Stunden. Nach 120 Stunden ist zumeist kein DMSO mehr nachweisbar.[32]

DMSO in Deutschland

Als „demontiertes Wunder“ wird DMSO in einem Spiegel-Artikel vom 24. November 1965 bezeichnet, kurz nachdem die amerikanische FDA das Mittel in den USA ausgebremst hatte.[33] Man verglich es gar mit dem Contergan-Skandal vier Jahre zuvor, der immer noch seine Schatten warf. Grund war die bereits erwähnte Schädigung der Augenlinse in Tierversuchen mit DMSO. Vorangegangen war der „Demontierung eines Wunders“ die Jagd deutscher Pharmakonzerne nach einer aussichtsreichen Beute. In dem Spiegel-Artikel heißt es:
„Fünf Firmen beteiligten sich an dem Run auf das Wunder: Schering AG (Berlin), Squibb / von Heyden AG (München), Mack (Illertissen), Sharp & Dohme GmbH (München) und – allen misslichen Erfahrungen zum Trotz – auch die Contergan-Herstellerfirma Grünenthal.
Die deutschen Pharma-Fabrikanten hatten nur wenig Forschungsergebnisse vorzuweisen, als sie beim Bundesgesundheitsamt die Registrierung ihrer Präparate beantragten; sie verwiesen auf die amerikanischen Testreihen. Ende August [1965] wurden die Medikamente amtlich zugelassen.“ [34]
Im November 1965, nach dem Aufschrei der FDA in den USA, war der kurze Ruhm von DMSO auf dem deutschen Markt erst einmal Geschichte:
„Die Medikamenten-Großhändler stoppten auf Anweisung der Hersteller die Auslieferung der DMSO-Präparate.“ [35]
Als vorschnell wurde die schnelle Markteinführung beunkt; plötzlich sprach niemand mehr über den pharmazeutischen Nutzen.
Als sich herausstellte, dass die Schädigung der Augenlinse, die als Nebenwirkung von DMSO bei Tierversuchen beobachtet worden war, nicht auf den Menschen zutraf, entspannte sich die Situation für DMSO auch im deutschsprachigen Raum wieder. Schon 1966 wurde dem Mittel auf einem DMSO-Symposium in Wien bescheinigt, dass es sich „zumindest zur Behandlung traumatologischer Erkrankungen in der Unfall- und Sportmedizin, zur Behandlung oberflächlich gelegener Entzündungen und bei Entzündungen oberflächlich gelegener Hautvenen [eigne]. Auch in der Therapie chronischer Erkrankungen wie Bandscheibenveränderungen und degenerativen Gelenkerkrankungen billigten die Wissenschaftler dem Oxid eine unterstützende Funktion zu.“ [36]
Die Wiedereinführung von DMSO als Wirkstoff auf dem deutschen Markt erfolgte im Jahr 1982 mit Dolobene Gel, einer Sportsalbe des Pharmaunternehmens Merckle. Das Gel enthält einen DMSO-Anteil von 15 Prozent und ist damit vergleichsweise niedrig dosiert. „Wir sind derzeit unseres Wissens nach die Einzigen“, sagt Dr. Christine Steinhauser, Medical Information Manager Orthopedics beim Pharma-Unternehmen Merckle Recordati GmbH, „die DMSO in Deutschland als Wirkstoff in einem Arzneimittel gegen Muskel- und Gelenkerkrankungen verwenden. Virunguent Salbe [von Hermal; Anm. d. Aut.] gegen Herpes labialis enthält ebenfalls DMSO 0,18 g auf 10 g Salbe. Verrumal Lösung [ebenfalls von Hermal], ein Warzenmittel, enthält als Hilfsstoff DMSO 8 g auf 100 g Lösung.“ [37]
Das im Gegensatz zu Dolobene Gel höher konzentrierte Medikament Paravac, eine DMSO-Emulsion, ist derzeit in der Testphase und noch nicht zugelassen, kann aber als Rezeptarznei bereits jetzt vom Arzt verschrieben werden. Es kommt u. a. in der Karzinomtherapie zum Einsatz. [38]

Artikel von Nina Hawranke
nina_hawranke_web.200.0Nina Hawranke ist Jahrgang 1976 und studierte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Literaturübersetzen. Im Jahr 2004 erhielt sie für den besten Abschluss in ihrem Studiengang den Preis des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer. Seit 2003 ist sie als freie Übersetzerin für verschiedene Verlage tätig. Von Juni 2006 bis Oktober 2007 arbeitete sie in der Redaktion einer Lokalzeitung, und seit 2007 ist sie neben ihrer Hauptbeschäftigung, dem Übersetzen, auch als freie Journalistin und Kolumnistin tätig. Sie ist per Email unter n.hawranke [at] web.de zu erreichen.
Diesen Artikel können Sie auch hier als PDF-Datei herunterladen!

Bezugsquelle für DMSO:
Unserer Erfahrung nach ist DMSO in Deutschland recht schwer zu bekommen, doch wir können Ihnen vielleicht mit ein paar Tipps behilflich sein. Bitte kontakten Sie hierfür die Redakteure vom Nexus-Magazin oder aber schauen Sie beim MMS-Selbsthilfeforum vorbei!

Endnoten:
1. Muir, Maya: „DMSO: Many Uses, Much Controversy“ in Alternative and Complementary Therapies, Jul/Aug 1996, S. 230-5
2. Walker, Dr. Morton: „DMSO – Nature’s Healer“ (New York: Avery, 1993), S. 38
3. Ebd., S. 35ff.
4. Jennrich, Peter: „DMSO zu Unrecht verdächtigt?“ in Die Zeit, 06.09.1974; www.zeit.de/1974/37/DMSO-zu-Unrecht-verdaechtigt
5. Ebd.
6. Muir: „DMSO: Many Uses“
7. www.akademie-fuer-handrehabilitation.de/downloads/dmso.pdf
8. Ebd.
9. Ebd.
10. Walker: „DMSO – Nature’s Healer“, S. 50
11. Ebd., S. 53
12. Ebd., S. 2f.
13. Ebd., S. 225
14. http://www.akademie-fuer-handrehabilitation.de/downloads/dmso.pdf
15. www.akademie-fuer-handrehabilitation.de/downloads/zwischenergebnissedesforschungsprojektesdmso.pdf, Stand Mai 2005
16. Muir: „DMSO: Many Uses“
17. Walker: „DMSO – Nature’s Healer“, S. 31
18. http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=46272532&top=SPIEGEL
19. Ebd.
20. Shirley, S. W.; Stewart, B. H. und Mirelman, S.: „Dimethyl sulfoxide in treatment of inflammatory genitourinary disorders“ in Urology, 1978, 11:215-220
21. www.akademie-fuer-handrehabilitation.de/downloads/dmso.pdf
22. Ebd.
23. Walker: „DMSO – Nature’s Healer“, S. 73
24. Ebd., S. 74
25. Muir: „DMSO: Many Uses“
26. Ebd.
27. Walker: „DMSO – Nature’s Healer“, S. 75
28. Ebd.
29. Muir: „DMSO: Many Uses“
30. Walker: „DMSO – Nature’s Healer“, S. 45f.
31. Ebd.
32. Ebd., S. 41
33. http://tinyurl.com/mspl36
34. Ebd.
35. Ebd.
36. www.zeit.de/1974/37/DMSO-zu-Unrecht-verdaechtigt
37. Email an die Autorin vom 2. Juli 2009
38. www.dr-peterklose.de/downloads/kongress_komplementaermed.pdf

[Quelle: nexus-magazin.de]

Samstag, 6. April 2013

Ayurveda

 Mein indischer Doktor

Video starten Doppelklick 

 

Nella Banfis Geschichte ist bewegend: Aufgrund ihrer Krankheit geriet sie in die aufreibende Maschinerie der modernen Medizin, musste Operationen und verschiedene Behandlungen über sich ergehen lassen und war ständig von Ängsten und Zweifeln geplagt. Schließlich entschied sie sich, ergänzend zu den westlichen Heilmethoden, für einen anderen Weg und wurde wieder gesund. Professor Thomas Tursz, ein anerkannter französischer Onkologe und Leiter des Instituts Gustave Roussy in Villejuif bei Paris, folgt seiner ehemaligen Patientin nach Indien, um eine völlig andere als die ihm bekannte westliche Medizin zu entdecken.

Die Dokumentation will weder Lehren erteilen, noch beansprucht sie die Wahrheit für sich. Vielmehr zeigt sie, dass die Globalisierung auch positive Seiten hat, dann nämlich, wenn sie die Begegnung verschiedener Kulturen und Traditionen fördert und gegenseitige Bereicherung und das Voneinanderlernen ermöglicht. Außerdem veranschaulicht der Dokumentarfilm, wie durch die Verbindung von traditioneller Medizin, Wissenschaft und moderner Medizin der Patient ins Zentrum des Heilungsprozesses rückt und der Mensch, nicht nur die Krankheit behandelt wird. Der ebenso tiefgründige wie unterhaltsame Dialog zwischen der westlichen Allopathie und den seit 5.000 Jahren existierenden ayurvedischen Behandlungsmethoden wirft ein völlig neues Licht auf Krankheit und Heilung - zwei universelle Themen, die jeden Menschen betreffen.
(Frankreich, 2012, 84mn)
ARTE F

Erstausstrahlungstermin: Do, 6. Jun 2013, 22:48

Ayurveda auf Sri Lanka - Kingdom Ayurveda Resort

In traumhafter Lage direkt am kilometerlangen, weißen Sandstrand befindet sich das renommierte Kingdom Ayurveda Resort. In unserem Resort legen wir höchsten Wert auf eine umfassende, ärztliche Betreuung unserer Gäste. Aus diesem Grund freuen wir uns ganz besonders, daß ein so anerkannter Ayurveda-Arzt wie Dr. Nalin mit seiner herausragenden Reputation ausschließlich unsere Kurgäste betreut.

Darstellung des Haupthauses
Ein wesentlicher Bestandteil für eine erfolgreiche Ayurvedakur sind die täglichen Arztvisiten. In diesem Bereich sind wir eines der wenigen Resorts auf Sri Lanka, das seinen Gästen eine solch exklusive und individuelle Behandlungsweise ermöglicht.




 http://www.kingdom-ayurveda.de/
Garten des Kingdom Ayurveda Resort 
Der vollständig neu gestaltete Ayurvedabereich des Kingdom Ayurveda Resort entspricht allerhöchsten ayurvedischen Standards. Gemäß strenger ayurvedischer Vorgaben wurden im gesamten Behandlungsbereich exquisite Naturmaterialien wie beipielsweise spezielle Edelhölzer mit antitoxischer Wirkungsweise verwendet. Die natürliche Farbgebung der unterschiedlichen Ayurvedabereiche unterstützt den nachhaltigen Kurerfolg. Mit dem Kingdom Ayurveda Resort bieten wir Ihnen eine der wenigen Kureinrichtungen auf Sri Lanka, die sich auf das authentische, das heißt auf das tradierte und ganzheitliche Ayurveda spezialisiert hat. Durch die Erfüllung höchster ayurvedischer Standards ist es uns gelungen, Dr. Nalin exklusiv für unser Haus zu gewinnen.
Strand Kingdom Ayurveda Resort
Weitab vom touristischen Trubel können Sie im Süden von Sri Lanka in einzigartiger Lage ganz ungestört Kraft tanken und kommen gleichzeitig in den Genuß einer authentischen Ayurvedakur.
Ein großer Teil unserer Gäste kommt regelmäßig für Behandlungen im Bereich der Gelenkerkrankungen (Gicht, Arthrose, Bandscheibenvorfall), bei Allergien, Gewichtsproblemen, Herz- und Gefäßkrankheiten (z. B. Bluthochdruck)  sowie Hauterkrankungen (Neurodermitis, Psoriasis).


Stirnguss

Preise

Unsere Preise inklusive der unten aufgeführten Leistungen 

7 Nächte im Doppelzimmer pro Person: 490 Euro  keine Saisonzeiten immer der gleiche Preis
7 Nächte im Einzelzimmer pro Person:  595 Euro

Transfer pro Strecke: € 95,- 

Unsere Preisgestaltung ist flexibel. Sie müssen keine vollständigen Wochen buchen. Wir unterbreiten Ihnen gerne ein individuelles Angebot auf der Grundlage Ihrer geplanten Übernachtungen.
Die Zahlung Ihres Kuraufenthaltes erfolgt bar bei der Ankunft vor Ort in Euro oder Dollar. Es wird keine Anzahlung des Aufenthaltes in Deutschland fällig!

Leistungsumfang des Ayurveda-Resorts

Erstkonsultation: Anamnese mit Pulsdiagnose
Ausführliches Einführungsgespräch zur Therapie
Konstitutionsbestimmung und tägliche Konsultation durch den Ayurveda-Arzt
Behandlungsbegleitende ayurvedische Medizin
Tägliche Anwendungen (bei einem 14-tägigem Aufenthalt bis zu 70 Behandlungen)
Am Ende der Kur ausführliche Abschlusskonsultation und Ernährungsberatung mit individuellen Empfehlungen
Übernachtung im Einzel- oder Doppelzimmer; alle Zimmer mit Dusche und WC
Auf die Kur individuell abgestimmte Mahlzeiten: Frühstück, Mittag- und Abendessen
Jederzeit zur freien Verfügung: Kräutertees, heißes Wasser und Mineralwasser
Entsprechend der ärztlichen Empfehlung frisch zubereiteter Fruchtsaft, Lassi oder Tambili (Kokosnusssaft)
Tägliche Meditations- und Yogaübungen durch unsere erfahrenen Lehrer.


Das Team
 Einer von vielen Gästeeintrag :

Jörg (45 Jahre)

Vier Wochen Ayurveda, vier Wochen Nichtstun und an einem Ort zu verweilen - ich gebe zu, dass ich am Anfang durchaus gemischte Gefühle bei der Buchung und Vorbereitung der Reise hatte. Ich bin zwar kein Ayurveda-Neuling, sondern habe schon vor einigen Jahren einen gut
zweiKingdom Ayurveda Resort Gartenwöchigen Ayurvedaaufenthalt in Sri Lanka genossen, aber das hier war denn doch noch einmal ein ganzes Stück mehr. Andererseits hatte ich schon oft gehört, dass sich ein voller Kurerfolg erst nach vier Wochen einstellt und das wollte ich schließlich selbst beurteilen können. Außerdem waren meine Akkus in der Tat ziemlich leer und meine letzten beiden Urlaube haben mich nicht wirklich wieder für den Alltag fit gemacht. Um also einer beginnenden Burnout - Problematik begegnen zu können, schien mir das eine echte Möglichkeit zu sein. Um es gleich vorweg zu nehmen - ich habe es weder bereut noch wurde mir die Zeit zu lang. Zunächst einmal sind die Rahmenbedingungen für eine solche Kur schlichtweg ideal. Die Anlage sieht wirklich so aus wie auf der Homepage und der Strand beginnt tatsächlich direkt im Anschluss an den Garten. Auf der anderen Seite trennt ein grosszügiges Waldstück das Resort von der Strasse, und wer schon in Sri Lanka war, weiß dies zu schätzen, da fast überall die oft sehr laute Strasse und/oder die Bahnlinie die Ruhe erheblich beeinträchtigen können.
So hört man ausser dem ewigen Rauschen des Indischen Ozeans nichts  - und wer hätte schon etwas gegen Meeresrauschen einzuwenden? Da ich sehr gerne im Wasser bin und sowohl das Schwimmen wie das Wellenbaden mag, begann mein Tag morgens regelmässig mit einem Bad im Meer oder einem Spaziergang am Strand. Auch im Laufe des Tages gab es immer mal wieder die Möglichkeit einer Abkühlung, so dass ich einen fehlenden Pool nie vermisst habe. Nach dem guten Frühstück mit regelmässig viel frischem Obst beganBougainvilleanen die Behandlungen in der Regel ab 9 Uhr und zogen sich mit Unterbrechungen (vor allem natürlich durch das Mittagessen)  hin bis etwa 15 Uhr. Nach zwei Stunden Ruhe konnte ich dann von 17 Uhr bis gegen 19 Uhr an den regelmässigen Yogastunden teilnehmen, die eine sehr willkommene Bereicherung des Tages darstellten und dafür sorgten, dass man in der langen Zeit nicht zu sehr einrostete. Ab 19 Uhr dann Abendessen und nach ein wenig Abendplauderei mit den anderen Gästen war der Tag dann gegen 20:30 Uhr für mich zuende. Zu Beginn des Aufenthaltes gab es zunächst einmal ein längeres Gespräch mit dem zuständigen Ayurvedaarzt Dr. Nalin. Er machte auf mich von Anfang an einen sehr freundlichen und kompetenten Eindruck und war um das Wohl seiner Patienten immer sehr bemüht. Das hat sich auch während des gesamten Aufenthaltes nicht verändert: Fast täglich kam er abends ins Resort um sich mit uns zu besprechen, und danach wurde der Behandlungsplan für den nächsten Tag festgelegt.
Bislang kannte ich eher eine etwas standartisierte Abfolge von Behandlungen, die immer einem bestimmte Schema folgten. Hier dagegen wurde je nach aktuellem Zustand oder Pulsdiagnose das Programm täglich neu erstellt und angepasst. Ebenfalls ungewöhnlich: Ich bekam regelmässig sechs bis acht Anwendungen täglich - in Einzelfällen sogar bis zu neun verschiedene Behandlungen. So etwas hatte weder ich noch irgendeiner der ausser mir Anwesenden bislang erlebt (viele waren durchaus Ayurveda-erfahren). Neben der Betreuung durch den Arzt darf ich natürlich nicht die Therapeuten vergessen, die ebenfalls einen grossen Teil zu meinem Wohlbefinden beitrugen. Immer freundlich, immer bemüht und engagiert waren sie eine ganz wichtige Säule bei der Kur. Natürlich entwickelt man im Laufe der Zeit seine Vorlieben für die Massagen des einen oder anderen - dies wurde unter den Gästen auch regelmässig diskutiert. Aber eigentlich waren wir alle mit unseren Massagen und sonstigen Anwendungen sehr zufrieden.
Und wenn ich schon beim Loben bin: In kaum einem europäischen Land dürfte man so durchweg freundliche, hilfsbereite und liebenswerte Menschen finden wie auf Sri Lanka. Das gilt natürlich vor allem für dieses Resort. Angefangen vom Gästebetreuer Lal, der sich sehr um uns bemühte und auch für ausgefallene Wünsche immer ein Ohr hatte, über das Personal in der Küche, welches neben den mit viel Liebe zubereiteten Mahlzeiten immer auch ein Lächeln für uns bereit hielt, bis hin zum Reinigungspersonal und dem Gärtner gab es wirklich niemanden, der nicht in das Gesamtbild gepasst hätte. Vielen Dank an alle Beteiligten! Zum Schluss noch einmal zu den vier Wochen: Natürlich sollte man einige Seiten zum Lesen dabei haben (bei mir waren es letztlich 4000...), aber das ist im Zeitalter des E-books ja kein Problem mehr.
Aber alles in allem ist die Zeit sehr schnell vergangen. Die ersten zwei Wochen habe ich gebraucht, um anzukommen, runterzufahren und auszuleiten. Interessanterweise deckte sich dieses Gefühl auch mit den Pulsdiagnosen des Doktors. In der dritten bis zum Beginn der vierten Woche konnte ich dann Stück für Stück wieder aufbauen, und erst in den letzten Tagen, in denAyurvedische Kräuteren ich mich richtig stabilisieren konnte, ging mir der Gedanke an die Rückfahrt des öfteren durch den Kopf. Insgesamt hatte ich das Gefühl,
etwa zweieinhalb Wochen hier verbracht zu haben. Nun sitze ich wieder zuhause und denke sehr gerne an die Zeit zurück, die dann doch so schnell vergangen ist.
Ich bin entspannt wie schon lange nicht mehr - das sagen auch Freunde und Bekannte und ich habe ganz nebenbei auch noch vier Kilo abgenommen - ein Nebeneffekt, der
zwar nicht beabsichtigt war, den ich aber sehr gerne mitgenommen habe. Und eines weiß; ich sicher: Ich werde wiederkommen!

 Monika (71 Jahre) 

In vielen Zeitschriften wird das Wissen der ayurvedischen Gesundheitslehre gerne aufgegriffen. Natürlich findet man hier auch den obligatorischen Test: Welcher Typ sind Sie? Vata, Pita oder Kapha? Alles Informationen mit denen ich vor meiner Kur auf Sri Lanka nicht viel anfangen konnte. Als ich dann die Gelegenheit hatte, eine Ayurvedakur zu machen, habe ich sie genutzt und viel Neues über mich und meinen Gesundheitszustand erfahren.
Ich bin jetzt 71 Jahre alt und habe vor ungefähr 7 Jahren meine erste Ayurvedakur gemacht. Meine Reise nach Sri Lanka war die weiteste Flugreise meines Lebens und mein erster Aufenthalt in Asien. Mein Englisch ist sehr dürftig, aber manchmal kommt man auch mit Händen und Füßen oder einem einfachen Lächeln weiter. Die Menschen auf Sri Lanka machen es einem sehr leicht, sich wohl und angenommen zu fühlen. Viele Worte braucht es dann nicht.
Meine Krankheiten sind überschaubar: zu hoher Blutdruck, Tinitus, ein steifer Nacken und etwas Arthrose in den Händen. Das sind wohl typische Alterserscheinungen. Trotzdem bin ich immer wieder überrascht, wie gut es mir während der Kur und vor allem danach geht. Ich fühle mich beweglicher, wacher, ausgeglichener und voller Energie. Wichtig für mich sind auch die Ratschläge von Dr. Nalin am Ende einer jeden Ayurvedakur. Es sind Hinweise auf die richtige Nahrungsmittelwahl und wie ein „perfekter“ ayurvedischer Tag zu Hause aussehen könnte.
Ich weiß nun was für ein ayurvedischer Typ ich bin und wie ich meine Gesundheit positiv beeinflussen kann. Diese individuellen Angaben nach und die Behandlungen während der Kur machen das besondere Konzept des Kingdom aus.
Vielen Dank an alle, die einen solchen Ort wie das Kingdom Ayurveda Resort ermöglichen und für andere zugänglich machen!

 
 Ein Artikel von Gisela Peterhoff


“Mögen edle Gedanken von allen Seiten zu uns kommen.” - Rig Veda

Der Ayurveda geht davon aus, dass alle Krankheiten einen Ursprung im Ungleichgewicht der drei Körpersäfte (Vata Pitta und Kapha) haben.

Krankheiten treten nicht plötzlich auf. Die Ursache ist die verborgene Wirkung, und die Wirkung ist die offenbarte Ursache. Die Ursache gleicht einem Samenkorn, in dem sich der noch nicht manifestierte Baum verbirgt. Der Baum ist das zum Ausdruck gelangte Potentials des Samenkorns. Gesundheit ist die Wirkung einer gesunden Lebensweise und gesunder Gewohnheiten; Krankheit ist der „Baum“, der sich aus gesundheitsschädlichen Gewohnheiten entwickelt hat.
Die Doshas spielen sowohl bei physischen als auch bei psychischen Krankheiten eine Rolle. Ziel des Ayurveda ist es die Körpersäfte auszugleichen, um den Krankheitsprozess zu neutralisieren. Hierbei geht es nicht darum herauszufinden welche krankheitsauslösenden Faktoren krank machen. Dies ist aus ayurvedischer Sicht nur von untergeordneter Bedeutung. Wenn man nur die äußeren Krankheitsauslöser, nur die Symptome behandelt, bleibt die eigentliche Krankheitsursache unberücksichtigt.

Die heutige Denkweise der Menschen, bzw. auch der modernen Medizin geht davon aus, dass “Krankmachendes” von außen kommt. Demzufolge muss “Heilendes” auch von außen kommen.
Dieses Denken, für Bakterien und Viren oftmals zutreffend, wurde auch auf die allgemeinen Lebensbedingungen, auf die gesellschaftlichen Verhältnisse, die sozialen Bindungen und anderes übertragen. Der Kranke bekam dadurch eine passive Rolle im Krankheitsgeschehen und Verständnis.
Wenn für den Menschen alles krankmachende von außen kommt, dann ist es unter diesen Voraussetzungen logisch, dass auch alle Heilung von außen zu erwarten ist. Die medizinische Forschung widmete sich dementsprechend mit großem Aufwand den bis heute sogenannten Risikofaktoren, die krankmachenden Einfluss auf den Menschen haben können zu. Die medizinische Wissenschaft beschäftigt sich bis in die Gegenwart überwiegend mit der Frage, „Was macht krank?”
Und doch gibt es seit dem Ende des 20. Jahrhunderts auch einige Wissenschafter die sich vermehrt die Frage stellen “Warum bleibt ein Mensch gesund?” “Welche inneren Kräfte kann der Mensch mobilisieren, um sich gesund zu erhalten?”
Dies alles ist eine sehr interessante Sache. Bei einer Grippewelle z.B. wundert sich niemand darüber, dass plötzlich viele Menschen erkranken. Die Frage ist aber: “Warum bleiben bestimmte Menschen immer gesund, trotz derselben gesundheitsgefährdenden Einflüsse, denen auch sie ausgesetzt sind?”
Wenn wir tiefer in die Entstehungsgeschichte von Krankheiten vordringen, so kommt eine grundlegende Wahrheit zum Vorschein:

“Jegliche Krankheit hat ihre Ursache in einer Unterbrechung des Intelligenzstroms!”

Doch was heißt das? Was hat unsere Intelligenz, unser Wissen, unser Intellekt mit der Entstehung von Krankheiten zu tun?
Es geht hierbei jedoch nicht nur um die Intelligenz im Kopf. Es geht hierbei vorrangig um die Intelligenz unserer Gewebe, unseres zentralen Nervensystems, Enzyme, Gene, Antikörper, Hormone etc. Sie alle besitzen eine Intelligenz. Wodurch werden diese beeinflusst? Wer ist dafür zuständig, dass alles in unserem Körper intelligent funktioniert?
Sollten wir etwa selbst dafür verantwortlich sein? Hat unser Geist die Macht auf unser Innerstes, auf unsere Zellen zu wirken und diese falsch oder richtig zu beeinflussen ?

JA! Alle Krankheitsprozesse haben ihren Anfang im Bereich des Geistes! Gesundheit aber auch! 

Ein Versagen der Intelligenz führt außerdem zu mangelndem Verständnis für die natürliche Harmonie des Lebens und dafür, wie man sich die diese Harmonie einfügt: Dem Leben dieser Menschen fehlt die Harmonie mit der Natur, dem Universum und dem Göttlichen. Dieses Versagen unserer natürlichen Intelligenz wird durch Angst und Begierde verursacht. Es verhindert ein schöpferisches Leben und hält uns in Gewohnheiten und Vorurteilen gefangen. Solche Menschen haben kein Vertrauen in das Leben, und sie verhalten sich achtlos. Solche Menschen ziehen Krankheiten magisch an.
Krankheit aus der Sicht des AyurvedaIch brauche an dieser Stelle niemanden zu erklären, dass gesunde Menschen überwiegend glücklicher und positiver sind als kranke. Es kommt noch dazu, dass glückliche Menschen gesünder sind als unglückliche. Überwiegende Gedanken der Zufriedenheit und des Glücks bewirken biochemische Veränderungen im Gehirn, die wiederum tiefgreifende günstige Auswirkungen auf die Physiologie haben. Gedanken der Liebe und des Mitgefühls, der Zuneigung, Wärme und Vertrautheit ernähren unsere Zellen und unser zentrales Nervensystem mit wohltuender Intelligenz. Wir spüren dieses innere Glück, die innere Wärme. Liebende, warmherzige Gedanken führen uns zu unserem innern “Ich”. Positive Gedanken bringen alles in uns zum Fließen. Unsere positive, rein Energie kann so unseren Körper nähren.
Traurige, deprimierte oder negative Gedanken erzeugen genau das Gegenteil. Sie wirken sich auf die Physiologie schädlich aus. Zornige und feindselige Gedanken verursachen unter anderem eine Beschleunigung des Herzschlages, das Ansteigen des Blutdrucks und eine Rötung des Gesichtes. Hervorgerufene Angstgefühle bereiten uns Magenschmerzen, kalter Schweiß tritt uns auf die Stirn, wir sind wie gelähmt vor Angst.
Ich denke der Faktor Angst ist in der heutigen Zivilisation von enorm großer Bedeutung. Angst spiegelt sich überall wieder. Die Menschen haben vor allem Angst. Angst vor dem Neuen, dem Unbekannten, Angst vor dem Alten, Angst vor Krankheit, Angst vor dem Tod, Angst vor dem Leben, Angst vor sich selbst usw. Diese Liste lässt sich beliebig lange fortsetzen.

Angst ist Mangel an Vertrauen!

Was aber brauchen wir alle, die hier auf diesem Planeten leben? VERTRAUEN! - Vertrauen in uns, Vertrauen in unsere eigene Kraft, Vertrauen in unsere eigene kosmische Intelligenz.

Da Gedanken unserer bewussten Kontrolle unterworfen sind können wir die Chemie unseres Geistes durchaus beeinflussen. Hierzu ist das Erlernen der “Achtsamkeit” und des “Bewusst”-”Seins” von großer Bedeutung.
Wir müssen lernen unsere Gedanken zu ordnen und eine Macht über sie zu bekommen. Unser Geist ist die Struktur, die organisierende Kraft oder Wissen innehat. Alles was wir in diesem Universum mit unseren Sinnen wahrnehmen ist ein Ausdruck von davon.
Alle Dinge im Universum entstehen also aus Bewusstsein in Form von Wissen.
Drücken wir doch einfach unsere Gedanken in geordneter Weise mit Hilfe unseres “Wissens” aus, damit die unendliche Intelligenz in uns, und somit auch in allem anderen wirken kann, denn unser Geist und unser Bewusstsein durchdringt jeden Teil des Universums.
Gesundheit oder Krankheit entsteht immer aus der Summe der Impulse die aus unserem Bewusstsein hervorgehen, sowohl negativer wie auch positiver. Wenn wir versuchen uns dieses wirklich zu verinnerlichen wird uns klar, wie wichtig es ist die richtigen Gedanken zu denken, bzw. die richtigen Impulse zu geben.

Was wir denken, das erschaffen wir.
Was wir erschaffen, das werden wir.
Was wir werden, bringen wir zum Ausdruck.
Was wir zum Ausdruck bringen, erfahren wir.
Was wir erfahren, das sind wir.
Was wir sind, das denken wir. 

Also, bemühen wir uns glückliche Gedanken zu denken die begleitet werden von Mitgefühl und Liebe, um genau diese Zustände nach außen tragen zu können, damit wir glücklich und gesund sind, und dieses spürbare Glück an unsere Mitmenschen weitergeben können.